Hupfelds Spende: 500 Euro

ESCHWEGE. Über einen Scheck von 500 Euro freute sich der Vorstand der Eschweger Tafel, den die Leitung der Firma Gebr. Hupfeld - Fliesen + Bäder überreichte (im Bild oben). Der Betrag ist der Erlös aus einer Tombola, die die Firma anläßlich der Eröffnung ihrer neuen Geschäftsräume in der Thüringer Straße in Eschwege veranstaltete. Die Vorsitzenden Margot Furchert und Birgit Müller dankten der Firmenleitung für die Spende. Margot Furchert: "Wir werden dieses Geld für die Arbeit in der Tafel verwenden!".

Die "Wilden Wichtel" brachten Lebensmittel für die Tafel mit. Die "Wilden Wichtel" brachten Lebensmittel für die Tafel mit.

Die "Wilden Wichtel" besuchen Eschweger Tafel

ESCHWEGE. „Wir wollen unseren Kindern, die demnächst in die Schule gehen, soziale Einrichtungen näher bringen und ihnen zeigen, wie man Menschen in Not unterstützen und ihnen helfen kann. So wie es die Eschweger Tafel tut!“. So Matthias Röhl, stellvertretender Leiter des AWO-Kindergartens „Wilde Wichtel“ aus Reichensachsen beim Besuch der Eschweger Tafel in der Hindenlangstraße.

Im Rahmen einer Projektwoche des AWO-Kindergartens, in der es auch schon Kontakte zu Polizei und Feuerwehr gab, besuchten 28 Kinder im Vorschulalter mit ihren Erzieherinnen Christiane Brill, Dörte Schultz und Nicole Friedrich die Eschweger Tafel. Margot Furchert, Leiterin der Tafel, informierte die kleinen Gäste über die Aufgaben der Tafel und führte sie durch alle Räume.

Aber die „Wilden Wichtel“ waren nicht nur aufmerksame Zuhörer, sie hatten in ihren Rucksäckchen auch etwas mitgebracht, überraschten damit die Tafelleitung: Mit Lebensmitteln nämlich, die sie in Kisten packten und die demnächst an die Kunden der Tafel auch ausgegeben werden.  (sf)



Auch diese Gruppe hatte Lebensmittel mitgebracht. Auch diese Gruppe hatte Lebensmittel mitgebracht.
40 leckere Kuchen und Torten hatten die Vockenroth-Mitarbeiterinnen gebacken 40 leckere Kuchen und Torten hatten die Vockenroth-Mitarbeiterinnen gebacken

Vockenroth verkauft 40 Kuchen und Torten

Das Jubiläum „60 Jahre Vockenroth“ war für die Mitarbeiterinnen des Eschweger Modehauses Anlass, nicht nur selbst ein wenig zu feiern, „auch für die Kunden etwas Gutes zu tun“ und sie an dem Jubiläum teilhaben zu lassen. Außerhalb ihrer Dienstzeit produzierten die Mitarbeiterinnen am heimatlichen Herd 40 leckere Kuchen und Torten, die sie dann in den Verkaufsräumen in der Schlossgalerie den Kunden zusammen mit einer Tasse Kaffee anboten.

Die Genießer konnten sich mit einer Spende für die Köstlichkeiten bedanken. Der Erlös dieser Kaffeetafel war für die Eschweger Tafel bestimmt. „Kuchen und Torten waren ein Renner! Sie schmeckten großartig und schon bald waren alle Kuchen- und Tortenplatten restlos leer“, stellte ein erfreuter Filialleiter Michael Staufenbiel fest, der Margot Furchert, der Leiterin der Eschweger Tafel, jetzt einen Scheck in Höhe von 500 Euro überreichte: Die Spenden der Vockenroth-Kunden für die Leckereien, von den Mitarbeiterinnen und der Geschäftsleitung des Hauses Vockenroth auf die runde Summe aufgestockt.

Wie es Wunsch des Hauses Vockenroth ist, wird der Betrag von 500 Euro von der Eschweger Tafel für den Kauf von Lebensmitteln verwendet, die an die Kunden der Tafel ausgegeben werden. „So wird es geschehen“, versicherte eine über den Spendenbetrag sehr erfreute Tafel-Vorsitzende Margot Furchert.       (sf)

 

Filialleiter Staufenbiel und Mitarbeiter: 500 Euro Erlös für die Eschweger Tafel Filialleiter Staufenbiel und Mitarbeiter: 500 Euro Erlös für die Eschweger Tafel
MdL Lothar Quanz informierte sich über die Eschweger Tafel. MdL Lothar Quanz informierte sich über die Eschweger Tafel.

MdL Lothar Quanz: Von der Arbeit der Eschweger Tafel beeindruckt

„Ich bin sehr beeindruckt von der Arbeit, die die 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Eschweger Tafel Tag für Tag leisten“. Die Reaktion von Lothar Quanz, SPD-Landtagsabgeordneter und Vizepräsident des Hessischen Landtages, der sich bei einem Informationsbesuch in den neuen Räume in der Eschweger Hindenlangstraße über die Eschweger Tafel informierte.

Margot Furchert, die Vorsitzende der Tafel, und Stellvertreterin Birgit Müller führten den Gast und einige Pressevertreter durch die Räume, erläuterten die Vorgänge von der täglichen Einsammlung der Waren bis zur Ausgabe dreimal in der Woche. Lothar Quanz: „Ich hätte nicht gedacht, dass soviel logistischer und verwaltungstechnischer Aufwand notwendig ist, ehe die Waren ausgegeben werden können!“.

Lothar Quanz reagierte damit auf die Angaben des Vorstandes, der die wöchentliche Arbeit der Fahrer und des ehrenamtlichen Vorstandes auf rund 20 Stunden, die der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer an den Ausgabetagen auf bis zu 8 Stunden beziffert. Quanz: „Eigentlich sollte es diese Tafeln nicht geben. Umso bewundernswerter, dass Sie diese Arbeit auf sich nehmen und damit vielen bedürftigen Menschen helfen!“.

Lothar Quanz sicherte der Eschweger Tafel seine Unterstützung zu. Ein Umschlag wechselte seinen Besitzer. Quanz will unter anderem auf landespolitischer Ebene versuchen, eine Diskussion in Gang zu bringen, die sich mit der immer größer werdenden Lebensmittelvernichtung der Erzeuger befasst: „Viele der vernichteten Lebensmittel könnten noch verwendet, von den Tafeln eingesammelt und an Bedürftige ausgegeben werden!“.



Lothar Quanz sagte der Tafel weitere Unterstützung zu. Lothar Quanz sagte der Tafel weitere Unterstützung zu.

UNSERE MEINUNG



50 Prozent Lebensmittel werden weggeworfen - und Menschen verhungern!

Sie war lange überfällig und sollte nicht abreißen, die Diskussion in den letzten Tagen und Wochen, in der es um die Vernichtung von Lebensmitteln geht. Fernsehreportagen und die in den Kinos gelaufene Dokumentation „Taste the waste“ prangern diesen unhaltbaren und unglaublichen Ist-Zustand an, der die traurige Realität aufzeigt: Rund 50 Prozent (!) aller Lebensmittel werden weggeworfen – von den Erzeugern, den Händlern, oder gar den Verbrauchern selbst.

Das gefällt niemandem, und doch wird nur wenig oder nichts unternommen, um diesen himmelschreienden Zustand zu beenden. Alle machen weiter mit oder schauen ganz einfach weg – und täglich verhungern viele Menschen. Unglaublich und beschämend!

Nur wenige Institutionen suchen nach Antworten und Lösungen. So wie die Dokumentation „Taste the waste“, die diese Missstände aufdeckt und sogar viele brauchbare Vorschläge unterbreitet.

Solange aber die EU ihre zum großen Teil überzogenen Haltbarkeits-Vorschriften nicht revidiert und zurückfährt, die die großen Erzeuger und Supermärkte sogar zur Vernichtung der Lebensmittel zwingt, anstatt sie Bedürftigen oder den Tafeln weiter-zugeben, oder nur das Gewinnstreben vieler Behörden, Erzeuger und Märkte im Vordergrund steht, die nur teuer verkaufen, Reste aber nicht abgeben wollen, und solange auch bei den End-Verbrauchern kein Umdenken einsetzt, die sich allzu schnell von angeblich verdorbenen, aber noch essbaren Lebensmitteln trennen, solange wird sich an der Wegwerf-Mentalität nichts ändern. Und täglich verhungern weiter Menschen!

Auch ein Thema für die politischen Gremien auf Landes- und Bundesebene, sich ganz intensiv damit zu befassen, aktiv zu werden, Initiativen zu gründen und nach brauchbaren und praktikablen Lösungen zu suchen. Denn wenn aus 50 Prozent vernichteter Lebensmittel 40 oder 30 werden, kann schon vielen hungernden Menschen geholfen werden. Erinnern wir immer wieder daran, dass auch nur ein gerettetes Menschenleben diesen Einsatz wert ist.        

                                                                                  Siegfried Furchert

 



Politik nicht aus der Verantwortung entlassen!

Nach von der europäischen Statistikbehörde Eurostat veröffentlichten Zahlen sind hierzulande 70 Prozent der Erwerbslosen arm. EU-weit liegt die Quote allerdings niedriger – bei 45 Prozent.

Dass die meisten Arbeitslosen hierzulande ein Leben an oder unter der Armutsgrenze führen müssen, ist ein unhaltbarer Zustand. So fordert der Bundesverband der Tafeln e.V. eine grundsätzliche Reform der Arbeitslosenversicherung: Das Arbeitslosengeld muss armutsfest gestaltet, die Bezugsdauer ausgedehnt werden. Das Mindestarbeitslosengeld muss zudem deutlich über dem Hartz-IV-Regelsatz liegen.

Die Tafeln versuchen, so gut es eben geht, die Not etwas zu lindern, stehen aber oft vor unlösbaren Problemen. Unsere Meinung: Deshalb darf die Politik nicht aus ihrer Verantwortung entlassen werden. Denn sie hat dafür zu sorgen, dass Menschen erst gar nicht in eine Notlage geraten. Für die Daseinsversorgung ist allein der Staat zuständig. Er ist verpflichtet, sich diesem Problem mit großer Ernsthaftigkeit anzunehmen. Daran muss man immer und immer wieder erinnern.

Auf kommunaler Ebene wird die Arbeit der Eschweger Tafel, die neben Arbeitslosen und Rentnern auch viele aus osteuropäischen Ländern eingewanderte Menschen versorgt, dankenswerter Weise seit einigen Jahren unterstützt. Kreis- und Stadtverwaltung Eschwege, aber auch Mandatsträger, verschiedene politische und private Organisationen und private Spender helfen im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Mit dieser Hilfe war es zum Beispiel möglich, Beförderungs- und Fahrprobleme der Tafel zu lösen, und die neue Ausgabestelle in der Hindenlangstraße zu beziehen.

Für diese Hilfe ist die Eschweger Tafel sehr dankbar, und hofft, dass ihre Arbeit auch künftig unterstützt wird.                                   Siegfried Furchert