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Michael Angelo Jansen und Renato Duni (re.) kauften Lebensmittel für die Eschweger Tafel ein.

Eschweger Berufsschüler "mit viel Herz"

ESCHWEGE. Sie zeigten großes Interesse an der Arbeit der Eschweger Tafel: Renato Duni und Michael Angelo Jansen, die als Vertreter der Klasse 10 BFNO der Beruflichen Schulen Eschwege einige Wochentage in der Eschweger Tafel mitarbeiteten, um deren Arbeitsablauf kennenzulernen. Einstimmige Meinung von Renato und Michael Angelo: „Eine ganz wichtige Arbeit, die die EschwegerTafel leistet!“.

Die Klasse 10 der Beruflichen Schulen war einem Aufruf der VR-Bank Werra-Meißner gefolgt, sich am Stiftungspreis „Mit Herz für die Region“ zu beteiligen, bei dem Schulen aufgefordert wurden, sich näher mit sozialen Projekten der Region zu befassen. Die VR-Bank stellte jeder Klasse, die sich beteiligte, 100 Euro zur Verfügung, die sie nach eigenem Gutdünken verwenden durften.

Die Berufsschüler entschieden sich, für die 100 Euro Lebensmittel zu kaufen und sie der Eschweger Tafel zur Verfügung zu stellen. Renato Duni und Michael Angelo Jansen packten beim Einkauf selbst mit an und beluden beim Eschweger Tegut-Markt das Tafelfahrzeug mit Paketen von Milch und Gemüsekonserven, die später an Bedürftige ausgegeben werden.

Alle Schulen und Klassen, die sich an der Aktion der VR-Bank beteiligten, durften ihre Erfahrungen, die sie mit den verschiedenen Projekten im Kreis gemacht haben, der Bank vorstellen. Die Klasse 10 fertigte ein Plakat an, auf dem sie die Arbeit der Eschweger Tafel vorstellte und über die eigenen Erfahrungen berichtete.

Eine Jury der VR-Bank wird nun alle Berichte sichten und darüber urteilen, wer die drei ausgelobten Geldpreise und den Überraschungspreis bekommt, die bei einer Abschlußveranstaltung vergeben werden. Die Eschweger Tafel hofft, dass auch die Klasse 10 BFNO der Beruflichen Schulen bei den Preisträgern ist.                           Siegfried Furchert

 

Die Tafel-Mitarbeiterinnen Dorothee Neusüß und Christa Gries baten die Kunden des Tegut-Marktes "Kauf eins mehr" zu GUnsten der Tafel-Kunden.

Tegut-Kunden spenden Lebensmittel

In einer Spenden-Aktion  im Tegut-Markt in Eschwege bat die Eschweger Tafel die Kundes des Marktes "Kauf eins mehr" zu Gunsten der Tafelkunden. Die Tegut-Kunden spendeten über 300 Kilogramm vor allem langlebige Lebensmittel, die an die Tafel-Kunden ausgegeben werden. Die Eschweger Tafel bedankt sich bei den Kunden und beim Tegut-Markt Eschwege.

 

 

Neuer FORD-Transit für die Eschweger Tafel

Die Eschweger Tafel freut sich über die Erweiterung ihres Fuhrparkes: Um den ständig steigenden Anforderungen beim Einsammeln von Spenden und der Übergabe an Bedürftige gerecht werden zu können, wurde dieser Tage ein neuer FORD-Transit in Dienst gestellt, mit dem vor

allem Stadtwege und Übergaben in der näheren Umgebung getätigt werden sollen. Der Kauf wurde mit Unterstützung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und aus eigenen Mitteln finanziert.

Im Bild: Die Helferinnen und Helfer freuen sich über den Neuzugang, „der der Tafel sicher gute Dienste leisten wird!“ (Vorsitzende Margot Furchert).             Foto: Tafel

 

Flüchtlings-Familien in Abterode, Frieda, Grandenborn und Weißenborn werden von der Tafel mit Lebensmitteln versorgt.

Eschweger Tafel bedient auch Flüchtlinge

Fragen und Antworten in der Werra-Rundschau

 

ESCHWEGE. Seit 18 Jahren gibt es die Eschwege Tafel e.V., die Bedürftige mit Lebensmitteln versorgt und Hilfe leistet, wo sie gebraucht wird. Die Lebensmittel werden von Geschäften und Firmen aus Eschwege und Umgebung, aber auch von Vereinen und Gruppen gespendet und von der Tafel eingesammelt. Einmal im Jahr werden die Ausweise für die Kunden der Tafel neu ausgegeben, die genaue Personenzahl ermittelt. Nach der letzten Ausgabe der Ausweise sind es über 400 Kunden, die zur Eschweger Tafel kommen. Unter den Kunden auch Flüchtlinge in Eschwege und Unterkünften im Kreisgebiet. Zum Engagement der Tafel Fragen und Antworten.

 

? Wieviele Kunden hat die Eschweger Tafel?

! Nach den in den vergangenen Tagen ausgestellten Berechtigungs-Ausweisen werden von der Eschweger Tafel 400 Kunden (Familien und Einzelpersonen) bedient. Zu den Familien gehören über 100 Kinder. Die Zahl der Kunden wird sich in den nächsten Tagen noch erhöhen, wenn Personen von einer Warteliste aufgenommen werden.

 

? Wer kann zur Eschweger Tafel kommen?

! Kunden der Tafel sind vor allem Rentner mit geringem Einkommen, die einen Rentenbescheid und eine Grundsicherungsbescheinigung vorlegen müssen. Weiter können sich Grundsicherungs- und Hartz-IV-Empfänger, die die entsprechenden Dokumente vorlegen, bei der Tafel anmelden.

 

? Bedient die Eschweger Tafel auch Flüchtlinge?

! Ja, aber mit Einschränkungen. Bedient werden Asylbewerber und Flüchtlinge, die einen festen  Wohnsitz in Eschwege oder im Kreisgebiet haben und bei der Tafel angemeldet sind. Asylbewerber und Flüchtlinge in großen Gemeinschaftsunterkünften können wegen der großen Anzahl (und der dafür fehlenden Lebensmittel) nicht bedient werden. Aus eigener Initiative fährt die Tafel einmal in der Woche mit Lebensmittelspenden zu den kleineren Gemeinschaftsunterkünften in Abterode, Frieda, Grandenborn und Weißenborn.

 

? Aus welchen Ländern kommen die Asylanten und Flüchtlinge, die bedient werden?

! Rund ein Drittel der Kunden der Tafel haben keine deutschen Wurzeln. Der aktuelle Stand: 15 Familien/Einzelpersonen kommen aus Syrien, 12 Familien/EP aus Russland, je 10 aus Polen und der Ukraine. Einzelne Familien/EP kommen aus Pakistan, Iran, Eritrea, Somalia, Albanien, Bulgarien und Mazedonien.

 

? Bekommen die bisherigen Kunden wegen der Flüchtlinge jetzt weniger Lebensmittel?

! Nein! Die bisherigen Kunden werden wie seit 18 Jahren ohne Einschränkungen mit den von der Tafel gesammelten Lebensmitteln versorgt. Es bleibt aber auch in Zukunft eine Zusatzversorgung. Die Asylanten/Flüchtlinge in den kleinen Gemeinschaftsunterkünften im Kreisgebiet können auch nur so lange mit versorgt werden, wie die Tafel auf ein so gutes Spendenaufkommen aus Geschäften, Märkten und von Privatpersonen wie zur Zeit zurückgreifen kann.

 

? Wird die ET von Kommune und Staat unterstützt?

! Die Eschweger Tafel e.V. finanziert sich zum größten Teil aus Spenden und aus Mitgliedsbeiträgen. Staatliche Zuschüsse gibt es nicht. Die Stadt Eschwege gewährt einen Zuschuss.       (WR)

Die Tafel-Mitarbeiter Dennis Auffenberg und Gerd Gries und Pfarrer Andre Lecke mit der Bischhäuser Warenspende.

Konfirmanden sammeln und backen Brot

ESCHWEGE. „Wir haben den Erntedanktag diakonisch und für den Dienst am Nächsten genutzt“, schildert Pfarrer Andre Lecke die Aktion der Bischhäuser Konfirmanden, die in der Gemeinde Lebensmittel für Bedürftige sammelten und sie wie schon in den Jahren zuvor der Eschweger Tafel zur Verfügung stellten, die einen ganzen Kleintransporter voller Waren abholten. Andre Le>Die Bischhäuser Konfirmanden zogen vor dem Erntedanktag in vier Gruppen durch die Gemeinde, sammelten Gemüse, Früchte der Felder und Lebensmittel, die sie in der Kirche vor dem Gottesdienst aufbauten. „Die Konfirmanden haben aber auch Brot gebacken und das den Besuchern des Gottesdienstes übergeben“, schildert Pfarrer Lecke deren weitere Initiative, „und Geld in der Gemeinde gesammelt, das wir den Flüchtlings-Betreuern im Kreisgebiet überreichen werden“.

Die Bischhäuser Konfirmanden, die hier stellvertretend für andere Initiativen vorgestellt werden, waren nicht die einzigen, die anläßlich des Erntedanktages Lebensmittel für die Eschweger Tafel sammelten. In 30 Gemeinden des Werra-Meißner-Kreises von Wahlhausen und Lindewerra im Norden des Kreises bis in den Ringgau und den Schemmergrund im Süden war der vom Malteser Hilfsdienst, Ortsgruppe Wanfried, zur Verfügung gestellte Kleintransporter zwei Tage lang unterwegs, um die in den Kirchen um die Altäre für den Erntedank-Gottesdienst dekorierten Feldfrüchte und Lebensmittel abzuholen, die von Konfirmanden, aber auch von Landfrauen, Vereinen, Kirchenvorständen und Kindergärten gesammelt worden waren.

Das Malteser-Fahrzeug holte auch in den Eschweger Kirchen und allen Ortsteilen, im Meißnervorland, in Meinhard, Wanfried, Wehretal und Waldkappel – auch hier hatten die Konfirmanden Brot gebacken – viele gespendete Lebensmittel ab. Auch einige finanzielle Spenden waren dabei. Die beiden Vorsitzenden der Tafel, Margot Furchert und Birgit Müller, waren überrascht über das einige Zentner umfassende Spendenaufkommen und erfreut darüber, dass besonders viele frische Lebensmittel mit noch langem Haltbarkeitsdatum dabei waren: „Wir danken allen Spendern ganz herzlich! Mit diesen Spenden kann die Eschweger Tafel ganz vielen bedürftigen Menschen helfen!“.  

Lebensmittelspenden aus Abterode (oben) und Albungen (unten). Fotos: sf
Erinnerungs-Foto vor dem Hessischen Landtag.

Tafel im Hess. Parlament und im Klosterkeller

MdL Dirk Landau: Belohnung für großes Engagement

 

 

ESCHWEGE. „Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Eschweger Tafel haben sich diese Einladung durch ihr großes ehrenamtliches Engagement einfach verdient. Sie soll ein Dankeschön für deren großartige Arbeit sein!“. Der CDU-Landtagsabgeordnete Dirk Landau, selbst Helfer bei der Eschweger Tafel wann immer es sein Zeitplan erlaubt, hatte die Mitglieder der Tafel zu einem Besuch des Hessischen Landtages in Wiesbaden und einem Besuch des Klosters Eberbach eingeladen. Die Besuche hinterließen großen Eindruck bei allen Teilnehmern, die begeistert in die Heimat zurückkehrten und Dirk Landau für diese Einladung dankten.

Mit dem Reisebus ging es in die Landeshauptstadt Wiesbaden ins Stadtschloß, wo auch das Landesparlament untergebracht ist. Eine sachkundige Führung durch die gut erhaltenen Räume des Stadtschlosses und des Parlamentes war der erste Höhepunkt, als Dirk Landau seinen Gästen auch seinen Platz im Landesparlament zeigen konnte.

Weiter gings nach Kiedrich, einem kleinen Winzerdorf, wo sich die Eschweger Gäste mit einer deftigen Vesper und dem ersten Schoppen Wein stärkten. Die Tafelmitglieder, die dann zum nahen Kloster Eberbach wanderten, konnten diese Stärkung gut gebrauchen. Auch im Kloster eine Führung durch die nicht jedem Gast zugänglichen Räume und Klosterkeller, wobei die Eschweger auch die Räume besichtigten, in denen der bekannte Film „Im Namen der Rose“ gedreht wurde.

Während der Schlender-Weinprobe durch die Weinkeller waren die Gläser der Eschweger Gäste niemals leer, die einige vom Kloster produzierte Köstlichkeiten probierten. Eine Stärkung im Kloster-Restaurant vor der Heimreise war Abschluss der Fahrt.   (sf)

 

MdL Dirk Landau (vordere Reihe, 3.v.re.) und seine Gäste auf der Zuschauertribüne des Hessischen Landtages.

Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter stellen sich vor

Täglich, von Montag bis Samstag, sind die Fahrer der Tafel unterwegs und sammeln Lebensmittel ein.
Das Freitagsteam: Von rechts Marianne Meister, Christa Köhler, Jutta Vaupel, Annemarie Köhn und Jürgen Heising.
Das Mittwochsteam: Von rechts Ulla Eisenhut, Anneliese Desenritter, Christina Etzrodt-Rempeters und Gabriele Heckendorf.
Das Montagsteam: Von links Gudrun Daniel, Anni Weber, Christa Gries und Gaby Dänicke. Zum Team gehört auch Christa Zeich.
Maximilian Lippold besuchte die Eschweger Tafel.

Wurst und Käse sind immer gefragt

Maximilian Lippold besuchte die Eschweger Tafel und berichtet über deren Arbeit
 

Eine große Frankfurter Zeitung betreibt das Projekt „Jugend schreibt“, indem sie Beiträge von Schülerinnen und Schülern hessischer Gymnasien veröffentlicht. Unter denen, die für einen Beitrag ausgewählt wurden, war auch Maximilian Lippold aus Altenburschla, der das Eschweger Oberstufengymnasium besucht. Maximilian besuchte die Eschweger Tafel und schrieb einen Beitrag über deren Arbeit.

 

ESCHWEGE. „Kommen Sie rein“, sagt die große, kurzhaarige Frau und öffnet die Tür, während sie das Telefon an ihr rechtes Ohr hält. In der 1998 gegründeten Eschweger Tafel herrscht schon reger Betrieb. Die Lebensmittel müssen sortiert werden und außerdem haben die Feiertage die Ausgabe der Lebensmittel komplett durcheinandergebracht. Normalerweise werden Montag, Mittwoch und Freitag die Lebensmittel ausgeteilt, immer dienstags, donnerstags und samstags sortiert.

Margot Furchert war schon immer ehrenamtlich tätig. Früher im Sport und nun ist sie schon seit sechs Jahren Vorsitzende der Tafel. Zum Amtsantritt wurde ihr noch gesagt, dass die Tafel in der Kreisstadt keine Arbeit, sondern ein Selbstläufer sei. Doch das ehrenamtliche Unternehmen hat sich stark vergrößert. Die Vorsitzende arbeitet in der Woche mindestens 20 Stunden. Dazu kommen 30 weitere ehrenamtliche Helfer und ein hauptberuflicher Fahrer. Der wird dringend benötigt, denn er ist sechs Tage in der Woche damit beschäftigt, die Lebensmittelmärkte und Bäcker anzufahren und die Spenden einzusammeln. Dazu Margot Furchert: „Bei der Tafel kann nur arbeiten, wer nicht mehr berufstätig ist“.

 

400 Bedürftige werden versorgt

Natürlich kann nicht jede Person Lebensmittel von der Tafel beziehen. Die etwa 400 Bedürftigen müssen sich ausweisen. Entweder beziehen sie Arbeitslosengeld II, besitzen einen Sozialhilfebescheid oder bekommen nur eine geringe Rente und müssen unterstützt werden. Da ist die Vorsitzende der Tafel natürlich an Vorschriften gebunden und Ärger mit den Kunden bleibe da auch nicht aus. Die Tafel könne sogar ihre Gemeinnützigkeit verlieren, wenn sie nicht genaue Regeln befolgt. Deshalb müsse man sich immer viel Zeit nehmen, um die Bedürftigkeit der Menschen zu prüfen.

Während man aus dem anderen Raum die Stimmen der Mitarbeiter und von der Straße den Lärm von Straßen-Bauarbeiten hört, betont Margot Furchert, dass neben den Lebensmitteln vor allem auch Geldspenden sehr wichtig seien. „Wir brauchen jeden Monat um die Tür aufzuschließen 2500 Euro.“ Das Geld wird für die Miete, den Fahrer und das Benzin benötigt, denn täglich werden bis zu 100 Kilometer gefahren.

Lebensmittelspenden von einzelnen Personen sind nur selten und sehr gering. Hauptsächlich spenden die örtlichen Bäcker und Lebensmittelläden wie Rewe, Edeka und Lidl. Es werden sehr viele Lebensmittel gesammelt, die nah an der Grenze sind. Allerdings muss da zwischen Mindesthaltbarkeit und „Zu verbrauchen bis…“ unterschieden werden. Lebensmittel, die letzteren Aufdruck haben, dürfen und können nach diesem Datum wirklich nicht mehr verbraucht werden. Die anderen Lebensmittel mit Mindesthaltbarkeitsdatum können auch noch nach dessen Ablauf verzehrt werden.

Doch Geschäfte müssen diese Lebensmittel nach dem Ablauf entsorgen. Und genau die werden von der Tafel eingesammelt. Weniger gut ist die Versorgung mit Wurst und Käse, dabei sind gerade diese Produkte sehr gefragt. Umso besser dagegen die Zusammenarbeit mit den Bäckern in Eschwege und Umgebung und damit die Versorgung mit Brot, Brötchen und Kuchen. Um noch mehr Lebensmittel sammeln zu können und auf die Arbeit der Tafel aufmerksam zu machen, reisen Margot Furchert und ihr Mann in die umliegenden Gemeinden und halten dort Vorträge.

Vor allem an Tagen wie Erntedankfest ist ein Wandel zu bemerken. Vor ein paar Jahren wurde die Tafel an diesen Tagen noch mit Kartoffeln und Obst überhäuft. Das hat sich aber geändert. Jetzt werden auch mehr Zucker, Mehl und Nudeln gespendet, die einen Vorrat für den Winter liefern. Mittlerweile müssen sogar extra Fahrer eingesetzt werden, die am Erntedankfest nur die Kirchen anfahren.

 

Spender: Open-Flair, Märkte, Vereine

Ein anderer Lieferant für Lebensmittel hat sich erst vor einem Jahr gemeldet, als eine junge Frau die Idee hatte, beim Eschweger Open-Flair-Festival die übrig gebliebenen Konserven und Lebensmittel einzusammeln und der Tafel zu spenden. Um selbst zu helfen, veranstaltet die Tafel selbst Aktionen, bei denen Lebensmittel oder Geld gesammelt werden. Auch Vereine, Kindergärten und Firmen haben schon Lebensmittel und Geld gesammelt und gespendet.

Natürlich werden immer Freiwillige gesucht. Denn bevor die Lebensmittel an die Bedürftigen ausgegeben werden, gehen die Lebensmittel durch mindestens drei Hände. Bereits wenn der Fahrdienst die Wahren abholt, sieht er grob darüber und sortiert bereits aus. Im Lager sortiert dann der Teamleiter die Waren und wenn zwei weitere Mitarbeiter die Lebensmittel in die Regale räumen, überprüfen auch sie noch einmal die Spenden.

Da die Tafel viele Lebensmittel von den Geschäften einsammelt, wird dort weniger weggeworfen. Und auch das, was in der Tafel aussortiert wird, wird dann noch einmal sortiert und an Kleintierhalter ausgegeben. So muss nur ein sehr geringer Teil der Lebensmittel entsorgt werden.

So betont Margot Furchert: „Wir erfüllen eine große ökonomische Funktion.“

 

Dirk Landau hilft den Tafel-Mitarbeiterinnen beim Sortieren der Waren.

Landau: "Wie ein kleiner Industriebetrieb!"

Der Landtagsabgeordnete bringt sich in die Eschweger Tafel ein

 

ESCHWEGE. Nicht nur, weil in der Landeshauptstadt Wiesbaden und im Hessischen Landtag kräftig Karneval gefeiert wurde und der CDU-Landtagsabgeordnete Dirk Landau einige freie Tage sinnvoll füllen will. „Ich möchte die wertvolle Arbeit, die die Eschweger Tafel leistet, die Tagesabläufe  einmal näher kennen lernen  und mich auch aktiv bei der Tafel einbringen“. So die Motivation von Dirk Landau, einige Tage als ehrenamtlicher Helfer bei der Tafel mitzuarbeiten.

Beim 15-jährigen Jubiläum vor zwei Jahren bekam Dirk Landau Kontakt mit der Tafel, trat ihr als Mitglied bei. Landaus Wunsch, selbst aktiv mitzuarbeiten,  konnte bei den Ausfällen von Mitarbeitern in der Grippezeit schnell erfüllt werden. An einem Tag als Helfer beim Einsammeln der gespendeten Waren, an einem weiteren beim Sortieren der Spenden und der Ausgabe an Bedürftige konnte der Landtagsabgeordnete einige Erfahrungen sammeln, was den Arbeitsumfang der Mitarbeiter betrifft.

Sein Resümee: „Das hätte ich nicht gedacht, was hier in der Tafel von den ehrenamtlichen Mitarbeitern geleistet wird. Was es da alles zu bedenken, zu organisieren und zu tun gibt, das kommt schon einem kleinen Industriebetrieb nahe.  Größten Respekt vor dem, was in dieser Tafel von den Mitarbeitern geleistet wird!“.

Die Helferinnen, mit denen Dirk Landau zusammenarbeitete, gaben das Kompliment zurück: „Landau ist ein Politiker zum Anfassen, der aber auch selbst anpackt!“. Es soll nicht der letzte Einsatz des CDU-Politikers bei der Tafel gewesen sein: „Wenn es meine anderen Aufgaben zulassen, werde ich wieder mitarbeiten!“.     (sf)

Ausgabe der neuen Ausweise an unsere Tafelkunden.

Tafel hilft 400 Menschen

150 neue Ausweise ausgegeben – „Aber wir stoßen immer mehr an unsere Grenzen“

 

 

ESCHWEGE. Einmal im Jahr verwandeln sich die Räume der Eschweger Tafel in der Hindenlangstraße  1b in ein Büro-Center: Wenn neben der normalen Warenausgabe an drei Tagen auch die Ausgabe-Ausweise für die bedürftigen Kunden auf einen anderen Abholtag umgeschrieben werden.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel hatten ein Riesenpensum zu bewältigen. Margot Furchert, die Vorsitzende der Tafel: „Wir haben bisher 150 neue Ausweise ausgegeben. Das heißt, dass künftig an den drei Ausgabetagen über 400 Personen, 300 Erwachsene und 100 Kinder  von der Eschweger Tafel mit Lebensmitteln versorgt werden“. Zweck der bundesweit üblichen Maßnahme: Die Karten gelten nur ein Jahr, und die Kunden sollen mit den Abholtagen rotieren.

Die Vorsitzende rechnet damit, dass sich in den kommenden Tagen und Wochen die Zahl der Kunden noch leicht erhöht, wenn einige Säumige die notwendigen Papiere nachgereicht haben. „Aber wir stoßen immer mehr an unsere Grenzen, viel mehr bedürftige Personen können wir nicht verkraften“, betont Margot Furchert. Erstens sei ein noch höheres Pensum personell von den ehrenamtlichen Helfern an den drei Ausgabetagen nicht zu schaffen, „und außerdem können wir auch nur ausgeben, was wir an Waren gespendet bekommen. Die reichen an manchen Tagen gerade so“, begründet die Vorsitzende diese Maßnahme.

 

Strenge Richtlinien

Bei der Zulassung der Kunden muss sich die Tafel an strenge und von der Bundestafel vorgegebene Richtlinien halten. So müssen die Kunden ihre Bedürftigkeit durch Vorlage des Hartz-IV-Bescheides, des Rentenbescheides und der Grundsicherung  des Sozialamtes nachweisen. Nicht immer stößt die Tafel dabei auf Verständnis der Kunden. Margot Furchert: „Aber wir müssen uns streng an die Richtlinien halten, sonst bricht hier bei uns das Chaos aus. Oder: Die Tafel verliert ihre Gemeinnützigkeit!“.

Seit einigen Wochen klopfen auch immer wieder Asylsuchende an die Türen der Tafel. Margot Furchert: „Wir wollen ihnen nach unseren Möglichkeiten helfen, stoßen aber auch hier an Grenzen“.  Wenn zum Beispiel ganze Gruppen um Lebensmittel bitten.  Es wurde aber schon einigen Asylsuchenden geholfen, „die eine Wohnung in Eschwege vorweisen können“, betont die Vorsitzende. Bei weiteren Hilfesuchenden wird von Fall zu Fall die Bedürftigkeit geprüft und die Familien werden sporadisch mit Lebensmittel versorgt.

 

Bis zu acht Stunden tätig

25 ehrenamtliche Helfer sorgen Tag für Tag, Woche für Woche dafür, dass der Betrieb der Eschweger Tafel floriert. Ein von der Tafel bezahlter Fahrer und seine Helfer sind von Montag bis Samstag im Kleintransporter unterwegs, sammeln die von Bäckereien und Märkten gespendeten Waren ein. Die von den fleißigen Helferinnen an jedem Tag sortierten Lebensmittel, Gemüse und Obst werden an drei Tagen der Woche, Montag, Mittwoch und Freitag ausgegeben. Manche Ehrenamtliche sind dann bis zu acht Stunden am Tag  in der Tafel beschäftigt.

Um die hohen Unkosten wie Miete, Strom, Wasser und Benzinkosten für das Tafelfahrzeug zudecken, ist die Tafel, die keine staatliche Unterstützung erhält, auf Spenden angewiesen. „Wir müssen uns selbst finanzieren! Wir freuen uns deshalb sehr, wenn wir Waren oder auch finanzielle Spenden von Privatpersonen, Vereinen und Gruppen bekommen“, betont Margot Furchert. „Nur dank dieser Spenden können wir auch künftig unsere freiwillig übernommene Arbeit fortsetzen!“.

Auf der Homepage „www-eschweger-tafel.de“ sind weitere Informationen über die Arbei der Eschweger Tafel zu bekommen.      (sf)

"Essen wird viel zu schnell entsorgt!"

Umweltdezernent Dr. Wallmann und Umweltberaterin Gabriele Maxisch besuchen die Eschweger Tafel

 

Von Siegfried Furchert

 

ESCHWEGE. Die steigende Verschwendung und Vernichtung von Lebensmitteln – für die Kreisverwaltung ein ganz wichtiges Diskussions-Thema. Für Dr. Rainer Wallmann, den 1. Kreisbeigeordneten und Umweltdezernenten , und Gabriele Maxisch, die Umweltberaterin des Kreises, ein Grund, der Eschweger Tafel einen Besuch abzustatten und mit dem Vorstand der Tafel über das Thema „Lebensmittel-Vernichtung“ zu diskutieren und es zu thematisieren.

„Wir sind froh und der Eschweger Tafel sehr dankbar, das sie mit ihrer Tätigkeit einen wichtigen Beitrag gegen die Verschwendung und Vernichtung von noch verwendbaren Lebensmitteln leistet“, betonte Dr. Wallmann im Gespräch mit den Tafel-Vorsitzenden Margot Furchert und Birgit Müller. Dr. Wallmann und Gabriele Maxisch: „Viele Lebensmittel werden einfach zu schnell entsorgt, obwohl sie noch genießbar sind. Die Tafel gibt mit ihrer Tätigkeit ein gutes Beispiel, wie man es besser machen kann!“.

Gerade die an die Tafeln abgegebenen Lebensmittel wie Obst und Gemüse werden sehr oft wegen kleiner Unzulänglichkeiten wie Druckstellen aussortiert. In den Märkten machen die sogenannten Haltbarkeitsdaten viele Lebensmittel schnell zu Ausschussware. Gabriele Maxisch: „Hier sollte für die Verbraucher mehr Aufklärung erfolgen oder sogar neue gesetzliche Regelungen und Vorschriften angestrebt werden“.

Umweltdezernent Dr. Wallmann wies auch darauf hin, dass Tafelarbeit auch sehr viel mit Klimaschutz zu tun hat: „Weil beim Entsorgen viel CO2 ausgestoßen und damit die Umwelt verschmutzt wird“. Der Umweltdezernent glaubt, dass es auf der Welt genug Lebensmittel gibt, kein Mensch hungern müsste: „Ein viel größeres Problem ist die Verteilung der Lebensmittel an Bedürftige.  Könnte man dieses Problem lösen, müsste kein Mensch auf Erden hungern!“

Margot Furchert, die Leiterin der Tafel, erläuterte den beeindruckten Gästen den Ablauf der ehrenamtlichen täglichen Tafelarbeit: „Rund 420 Personen werden jährlich von der Eschweger Tafel mit rund 40 Tonnen gespendeter Lebensmittel versorgt“, betonte die Vorsitzende. Alle Lebensmittel sind einwandfrei und werden vor der Ausgabe noch einmal gründlich und einzeln kontrolliert.

Dr. Rainer Wallmann und Gabriele Maxisch verabschiedeten sich mit dem Wunsch, dass „die Eschweger Tafel hoffentlich noch lange großzügige Spender findet und die Tafel auch künftig bedürftigen Menschen helfen kann!“.

 

Im Bild oben: Dr. Rainer Wallmann (2. von links) und Gabriele Maxisch (4. von links) konnten sich davon überzeugen, dass die von den Tafelhelferinnen vor der Ausgabe noch einmal kontrollierten Lebensmittel einwandfrei sind.         

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Die Kindergärten Frieda und Weidenhausen spendeten der Tafel Lebensmittel.
Die Landfrauen aus Wolfterode spendeten sechs Körbe Lebensmittel.

Landfrauen Wolfterode spenden Lebensmittel

 

Kindergärten spenden der Tafel Lebensmittel

 

Die Tafel im Meißnervorland zu Gast

 

Lebensmittel aus 30 Gemeinden

 

Margot Furchert - immer im Einsatz

 

90 Tore für die Tafel

 

OG-Abiturienten spenden 1500 Euro

 

Eifrige Sammler: Die LEOS

 

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Lebensmittel aus 30 Gemeinden des Kreises

 

. . . und andere interessante  Artikel

UNSERE MEINUNG



50 Prozent Lebensmittel werden weggeworfen - und Menschen verhungern!

Sie war lange überfällig und sollte nicht abreißen, die Diskussion in den letzten Tagen und Wochen, in der es um die Vernichtung von Lebensmitteln geht. Fernsehreportagen und die in den Kinos gelaufene Dokumentation „Taste the waste“ prangern diesen unhaltbaren und unglaublichen Ist-Zustand an, der die traurige Realität aufzeigt: Rund 50 Prozent (!) aller Lebensmittel werden weggeworfen – von den Erzeugern, den Händlern, oder gar den Verbrauchern selbst.

Das gefällt niemandem, und doch wird nur wenig oder nichts unternommen, um diesen himmelschreienden Zustand zu beenden. Alle machen weiter mit oder schauen ganz einfach weg – und täglich verhungern viele Menschen. Unglaublich und beschämend!

Nur wenige Institutionen suchen nach Antworten und Lösungen. So wie die Dokumentation „Taste the waste“, die diese Missstände aufdeckt und sogar viele brauchbare Vorschläge unterbreitet.

Solange aber die EU ihre zum großen Teil überzogenen Haltbarkeits-Vorschriften nicht revidiert und zurückfährt, die die großen Erzeuger und Supermärkte sogar zur Vernichtung der Lebensmittel zwingt, anstatt sie Bedürftigen oder den Tafeln weiter-zugeben, oder nur das Gewinnstreben vieler Behörden, Erzeuger und Märkte im Vordergrund steht, die nur teuer verkaufen, Reste aber nicht abgeben wollen, und solange auch bei den End-Verbrauchern kein Umdenken einsetzt, die sich allzu schnell von angeblich verdorbenen, aber noch essbaren Lebensmitteln trennen, solange wird sich an der Wegwerf-Mentalität nichts ändern. Und täglich verhungern weiter Menschen!

Auch ein Thema für die politischen Gremien auf Landes- und Bundesebene, sich ganz intensiv damit zu befassen, aktiv zu werden, Initiativen zu gründen und nach brauchbaren und praktikablen Lösungen zu suchen. Denn wenn aus 50 Prozent vernichteter Lebensmittel 40 oder 30 werden, kann schon vielen hungernden Menschen geholfen werden. Erinnern wir immer wieder daran, dass auch nur ein gerettetes Menschenleben diesen Einsatz wert ist.        

                                                                                  Siegfried Furchert

 



UNSERE MEINUNG


Keine Menschen


zweiter Klasse!


In den letzten Tagen eine oft gestellte Frage: Ob man der Eschweger Tafel auch schon aus den Regalen geräumte falsch deklarierte Bio-Eier oder mit Pferdefleisch versetzte Lebensmittel und Tiefkühl-Produkte angeboten hat? Nein! Alle Spender in der Region, die die Eschweger Tafel Tag für Tag, Woche für Woche einwandfreie Lebensmittel spenden, handeln verantwortungsbewusst, haben sich von der Hysterie um die mit Pferdefleisch versetzten Produkte nicht anstecken lassen. Sie haben den Vorschlag dieses Abgeordneten gar nicht diskutiert, diese Lebensmittel an die Tafel oder andere karitative Einrichtungen der Region weiter zu geben.

Auch der Bundesverband Deutscher Tafeln e.V. reagierte mit Unverständnis und Empörung auf den Vorschlag, die Eschweger Tafel schließt sich an. Nicht, weil wir uns vor dieser Ware ekeln oder sie als minderwertig einstufen. Aber: Es kann nicht sein, dass Lebensmittel, die Betrüger auf den Markt brachten, die in betrügerischer Absicht falsch deklariert sind und die der größte Teil der Verbraucher deshalb auch strikt ablehnt, als gut genug für Bedürftige eingestuft werden. Bedürftige sind keine Menschen und Verbraucher zweiter Klasse!

Die Eschweger Tafel wird auch in Zukunft den bedürftigen Menschen, die sie betreut, nur einwandfreie Waren anbieten.

 

Für den Vorstand der Eschweger Tafel: Margot Furchert, 1. Voritzende



Politik nicht aus der Verantwortung entlassen!

Nach von der europäischen Statistikbehörde Eurostat veröffentlichten Zahlen sind hierzulande 70 Prozent der Erwerbslosen arm. EU-weit liegt die Quote allerdings niedriger – bei 45 Prozent.

Dass die meisten Arbeitslosen hierzulande ein Leben an oder unter der Armutsgrenze führen müssen, ist ein unhaltbarer Zustand. So fordert der Bundesverband der Tafeln e.V. eine grundsätzliche Reform der Arbeitslosenversicherung: Das Arbeitslosengeld muss armutsfest gestaltet, die Bezugsdauer ausgedehnt werden. Das Mindestarbeitslosengeld muss zudem deutlich über dem Hartz-IV-Regelsatz liegen.

Die Tafeln versuchen, so gut es eben geht, die Not etwas zu lindern, stehen aber oft vor unlösbaren Problemen. Unsere Meinung: Deshalb darf die Politik nicht aus ihrer Verantwortung entlassen werden. Denn sie hat dafür zu sorgen, dass Menschen erst gar nicht in eine Notlage geraten. Für die Daseinsversorgung ist allein der Staat zuständig. Er ist verpflichtet, sich diesem Problem mit großer Ernsthaftigkeit anzunehmen. Daran muss man immer und immer wieder erinnern.

Auf kommunaler Ebene wird die Arbeit der Eschweger Tafel, die neben Arbeitslosen und Rentnern auch viele aus osteuropäischen Ländern eingewanderte Menschen versorgt, dankenswerter Weise seit einigen Jahren unterstützt. Kreis- und Stadtverwaltung Eschwege, aber auch Mandatsträger, verschiedene politische und private Organisationen und private Spender helfen im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Mit dieser Hilfe war es zum Beispiel möglich, Beförderungs- und Fahrprobleme der Tafel zu lösen, und die neue Ausgabestelle in der Hindenlangstraße zu beziehen.

Für diese Hilfe ist die Eschweger Tafel sehr dankbar, und hofft, dass ihre Arbeit auch künftig unterstützt wird.                                   Siegfried Furchert