Die Eschweger Tafel und ihre Mitarbeiter (im Bild) danken allen, die mit Spenden und Lebensmitteln mithelfen, die Not unserer Mitmenschen zu lindern. Das wird auch 2017 unser Ziel sein. Wir hoffen auch in diesem Jahr auf Ihre Unterstützung.

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Der Niederhöner Ortsbeirat, Ortsvorsteher Jürgen Gonnermann (stehend links) und Stellvertreter Wolfgang Werner (rechts) luden die Eschweger Tafel zu einem Vortrag in das Erzählcafé ein.                              Foto: sf

Eschweger Tafel zu Gast im Erzählcafé

NIEDERHONE. Das vom Niederhöner Ortsbeirat und den Niederhöner Vereinen unterstützte Erzählcafé im Dorfgemeinschaftshaus hatte bei der monatlichen Zusammenkunft Gäste aus Eschwege: Margot und Siegfried Furchert vom Vorstand der Eschweger Tafel stellten in einer Powerpoint-Präsentation die Arbeit und Organisation der Tafel vor.

Im vor vier Jahren gegründeten Niederhöner Erzählcafé treffen sich die Niederhöner Senioren alle vier Wochen. Um, wie Ortsvorsteher Jürgen Gonnermann und die Mitglieder des Ortsbeirates betonten, „die Kontakte der Bürger und Senioren des Eschweger Ortsteiles bei Kaffee und Kuchen zu pflegen und auszubauen, aber auch die ältere Generation der Gemeinde durch interessante Vorträge zu unterhalten“.

In der Präsentation erfuhren die Gäste des Erzählcafés sehr viel aus der täglichen Arbeit der Eschweger Tafel, die an sechs Tagen in der Woche zu über neunzig Prozent die 30 ehrenamtlichen Mitarbeiter verrichten. Margot Furchert sprach von rund 10 000 Arbeitsstunden, die die ehrenamtlichen Mitarbeiter jährlich leisten. So wird zum Beispiel an sechs Tagen der Woche Ware von den Spenderfirmen eingesammelt, wobei die Fahrer fast jeden Tag rund 100 Kilometer zurücklegen. Jeden Tag werden die Lebensmittelspenden sortiert, an drei Tagen (Montag, Mittwoch, Freitag) an rund 400 registrierte Bedürftige ausgegeben, die nach der vorgeschriebenen Prüfung ihrer Bedürftigkeit einen Abholausweis erhalten.

Ortsvorsteher Jürgen Gonnermann dankte Margot und Siegfried Furchert für die Präsentation und den Einblick in die Arbeit der Tafel, auch mit einem kleinen Geschenk und einer Spende: „Wir sind von der großartigen Arbeit der Tafel sehr beeindruckt und hoffen, dass Sie und ihre Mitarbeiter diese Tätigkeit noch recht lange fortsetzen können!“.                 (sf)

100 Kinder beschenkt

ESCHWEGE. Strahlende Kinderaugen dankten den Helferinnen der Eschweger Tafel, die den 100 Kindern der Familien, die Kunden der Tafel sind, weihnachtliche Geschenke überreichten. Diese Aktion ermöglichten die großzügigen Spenden der Eschweger Firma Flexseal, in Zusammenarbeit mit Eschweger Geschäften, und der VR-Bank Werra-Meißner, die die Geschenke selbst gekauft und verpackt hatten. Die Eschweger Tafel dankt der Firma Flexseal und der VR-Bank für diese großzügige Spende.   Fotos: Flexseal+sf

Brot gebacken für die Eschweger Tafel

Von Siegfried Furchert

 

SCHWEBDA. Als sie am Samstag gegen elf Uhr die kleine Ofentür im Schwebdaer Backhaus öffneten, verbreitete sich in dem kleinen Raum sofort ein herrlicher Duft von frisch gebackenem Brot. Und dann kamen Rolf Ebenau, Klaus Böttner, Kai Bockel und Jens Paepcke von der Interessengemeinschaft Backhaus bei der ausstrahlenden Hitze sogar ins Schwitzen, als sie mit einem großen Schieber 100 Brote aus dem Backofen zogen, die die Schwebdaer „Bäcker“ der Eschweger Tafel spendeten.

Die Idee für diese Aktion hatte IG-Leiter Rolf Ebenau: „Wir haben darüber diskutiert und alle elf Mitglieder unserer Interessengemeinschaft waren sofort dafür. Wir hoffen, das wir mit unseren Broten ein wenig helfen können“. Das wird auf jeden Fall so sein, betonte die Tafel-Vorsitzende Margot Furchert, die die Brote abholte und sich bei der IG Backhaus und deren Mitgliedern für die leckere Spende bedankte.

Schon am Freitagabend heizten die Männer den Backofen an, um am Samstag die richtige Backtemperatur zu erreichen. Die 100 Brote, von der Bäckerei Stange aus Hoheneiche vorgefertigt, waren nach einer knappen Stunde knusprig gebacken. Bäckermeister Martin Stange, der die Brotlaibe selbst vorbeibrachte: „Der Teig der Brote wurde nach einem alten Rezept ohne Zusätze aus regionalem Roggenmehl, Salz, Wasser und ein wenig Hefe gefertigt. Es ist also eine reine Naturware!“.

Die Übergabe der Spende verfolgte neben Meinhards Bürgermeister Gerald Brill auch Erwin Heuckeroth, Vorsitzender des Museumsvereins und Leiter des Heimatmuseums Schwebda. Denn die seit drei Jahren bestehende Interessengemeinschaft Backhaus ist eine Abteilung des Museumsvereins. Erwin Heuckeroth: „Die IG hat diese Backaktionen in der Vergangenheit schon mehrfach und mit gutem Erfolg durchgeführt“. IG-Leiter Rolf Ebenau: „Allein 2016 haben wir an fast jedem ersten Samstag im Monat bis zu 140 Brote gebacken, die sich großer Beliebtheit erfreuen“. Ebenau wies auch darauf hin, dass im Backhaus nicht nur gebacken wird, es steht auch für kleinere Familienfeiern und Zusammenkünften zur Verfügung.

Rotarier-Damen unterstützen die Tafel

ESCHWEGE. Man könnte die aus dem Bäcker-Handwerk bekannte Redewendung von den warmen Brötchen umformulieren in: Sie gingen weg wie grüne Mistelzweige! Denn Mistelzweige waren am Samstag ein gefragter Artikel auf dem Eschweger Markt, von den Damen der Eschweger Rotarier angeboten, die als Gegenleistung um eine Spende für die Eschweger Tafel baten. Mit dem beeindruckenden Ergebnis: 1400 Euro an Spenden kamen zusammen.

Der Stand, an dem die Rotarier-Damen die in der Vorweihnachtszeit besonders gefragten Mistelzweige anboten, war ständig umlagert. Die Zweige der Schmarotzerpflanze waren in den Tagen vorher von einigen Rotariern „geerntet“ worden. Beate Bartholomäus, Sprecherin der Damengruppe: „Wir unterstützen schon seit einigen Jahren mit diesem Angebot soziale Projekte wie Frauen für Frauen oder das Tierheim. In diesem Jahr wollen wir der Eschweger Tafel die Spenden überreichen, weil wir von der wertvollen Arbeit der Tafel beeindruckt sind und wir gern etwas zur Unkostentilgung beitragen wollen“.

Margot Furchert, die Leiterin der Eschweger Tafel, war erfreut über den Spendenbetrag. „Uns entstehen täglich Unkosten, die wir nur durch solche Spenden decken können. So zum Beispiel beim Einsammeln der gespendeten Lebensmittel, wenn unsere Fahrzeuge täglich bis zu 100 Kilometer zurücklegen“.         (sf)

Staatsminister Michael Roth besuchte die Eschweger Tafel und informierte sich über deren Arbeit.                                                          Foto: sf

Staatsminister Roth besucht die Eschweger Tafel

Eschwege. „Die Tafeln sind und bleiben ein Stachel im Fleisch unseres Sozialstaates. Leider brauchen wir sie aber noch. Ich bin dankbar für den Einsatz so vieler Menschen", lobte der heimische Bundestagsabgeordnete Michael Roth die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Eschweger Tafel. Deren Vorsitzende Margot Furchert hatte Staatsminister Roth eingeladen, um mit ihm über ihr Engagement, vorhandene Schwierigkeiten und Erfolge zu sprechen. 

 „Wir geben, was wir geben können. Wir engagieren uns gerne und sind einfach froh, anderen helfen zu können, “ erklärte Furchert dem Bundespolitiker. Eine besonders wichtige, aber auch schwierige Aufgabe für die vor 18 Jahren gegründete Tafel Eschwege sei stets die Arbeit mit Migrantinnen und Migranten gewesen. Nach der wenig erfolgreichen Integrationspolitik der neunziger Jahre habe sich inzwischen viel getan, betonten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Flüchtlinge, die in den vergangenen Monaten nach Eschwege gekommen seien, lernten relativ schnell und gut Deutsch. Hier funktioniert aus Sicht des Mitarbeiterteams die Integration. Das sei bei Migranten, die bereits vor vielen Jahren zu uns gekommen sind, durchaus anders.

Einigen der engagierten Ehrenamtlichen ist es nicht unbekannt, als Fremde in Eschwege eine neue Heimat gefunden zuhaben: „Uns wurde als Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg geholfen, also ist es für uns selbstverständlich, jetzt auch zu helfen.“ Bei der Tafel spielen aber weder Herkunft noch Hautfarbe ihrer Kunden eine Rolle, allein die Bedürftigkeit sei entscheidend. "Wir sind für alle Menschen da, die Hilfe brauchen", so die klare Ansage von Margot Furchert. 

„Es ist großartig, was sie hier in ihrer Freizeit leisten. Es ist schön zu sehen, mit wie viel Elan und Kraft Sie sich für andere Menschen einsetzen. Doch ganz klares Ziel unseres Sozialstaates muss es sein, dass Einrichtungen wie die Tafel nicht mehr nötig sind“, so der Staatsminister. Dankbar sei er aber auch den Betrieben, die gute Lebensmittel der Tafel zu Verfügung stellten, anstatt sie als Abfall zu entsorgen.

(Text: Hanna Schmuch)

Staatsminister Roth (4. v.li.) lobte die Arbeit der ehrenamtlichen Miztarbeiter.

Die Vorsitzenden Margot Furchert und Birgit Müller dankten Renato Klei Dumi für den Einsatz der Schüler.

Berufsschüler unterstützen die Eschweger Tafel

ESCHWEGE. „Es hat uns großen Spaß gemacht. Wir wurden von der Eschweger Tafel sehr herzlich aufgenommen und konnten wirklich helfen.“, betonte Renato Klei Dumi. Innerhalb des Projektes „Falke 7“, das die VR-Bank Werra-Meißner innerhalb des Stiftungspreises 2016 förderte, unterstützte eine Schülergruppe der Beruflichen Schulen in Eschwege mit Renato Klei Dumi, Marvin Piske, Michael Angelo Jansen und Dominik Gloede die Eschweger Tafel bei ihrer täglichen Arbeit.

„Wir sind froh, dass unser Lehrer Herr Müller uns den Anstoß zu diesem Projekt mit der Tafel gegeben hat. Wir waren überrascht, wie viele Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen auf die Hilfe der Tafel angewiesen sind und was die Tafel für diese Menschen leistet. Wir arbeiten jetzt schon an einem neuen Projekt für den Stiftungspreis 2017“, schaut Renato Klei Dumi auf die Arbeit bei der Tafel zurück.

Mit ihrem Projekt und dem damit verbundenen Einsatz bei der Eschweger Tafel hatte die Gruppe 500 Euro beim Stiftungspreis 2016 der VR-Bank Werra-Meißner gewonnen. Den Gewinn stellte die Gruppe der Tafel zur Verfügung. „Die jungen Männer waren uns eine große Hilfe. Sie haben ordentlich mit angefasst. Wir waren alle sehr begeistert von so viel Engagement“ betont Birgit Müller, die 2. Vorsitzende der Eschweger Tafel.

Die Berufsschüler haben in allen Bereichen mit angefasst. Über das Einsammeln von Spenden und Nahrungsmitteln bis hin zur Ausgabe an Bedürftige. Sie kauften sogar Konserven und Milch von ihrem Startgeld, das die VR-Bank zur Verfügung stellte.

„Junge Leute für das Ehrenamt und unsere Tätigkeit zu begeistern und einzubinden, ist uns sehr wichtig und auch wichtig für das Fortbestehen unserer Einrichtung. Wir freuen uns deshalb über jede Hilfe. Auch in kurzen Intervallen, z.B. an den Wochenenden oder in den Ferien.“, betonte Margot Furchert, die 1. Vorsitzende der Eschweger Tafel. Auch die Mitarbeiter der Tafel lobten den Einsatz der Schülergruppe und die tolle Atmosphäre bei der Zusammenarbeit. Sie sammelten unten den Kollegen und überreichten Renato bei einer Abschlussbesprechung in den Tafelräumen stellvertretend für die Gruppe ein kleines Dankschön.

„Vielen Dank auch an die VR-Bank Werra-Meißner. Wir finden es bemerkenswert, dass die Bank durch den Stiftungspreis jungen Menschen einen Anstoß und die Möglichkeit gibt, sich für Menschen einzusetzen, denen es nicht so gut geht und diese Projekte unterstützt.“, bedankte sich auch Vorstandsmitglied Siegfried Furchert.

Lesen Sie Interessantes über die Eschweger Tafel unter AKTUELLES und TAFEL-AKTIVITÄTEN

Die Kindergärten Frieda und Weidenhausen spendeten der Tafel Lebensmittel.
Die Landfrauen aus Wolfterode spendeten sechs Körbe Lebensmittel.

Landfrauen Wolfterode spenden Lebensmittel

 

Kindergärten spenden der Tafel Lebensmittel

 

Die Tafel im Meißnervorland zu Gast

 

Lebensmittel aus 30 Gemeinden

 

Margot Furchert - immer im Einsatz

 

90 Tore für die Tafel

 

OG-Abiturienten spenden 1500 Euro

 

Eifrige Sammler: Die LEOS

 

Die Tafel feiert 15. Geburtstag

 

Lebensmittel aus 30 Gemeinden des Kreises

 

. . . und andere interessante  Artikel

UNSERE MEINUNG



50 Prozent Lebensmittel werden weggeworfen - und Menschen verhungern!

Sie war lange überfällig und sollte nicht abreißen, die Diskussion in den letzten Tagen und Wochen, in der es um die Vernichtung von Lebensmitteln geht. Fernsehreportagen und die in den Kinos gelaufene Dokumentation „Taste the waste“ prangern diesen unhaltbaren und unglaublichen Ist-Zustand an, der die traurige Realität aufzeigt: Rund 50 Prozent (!) aller Lebensmittel werden weggeworfen – von den Erzeugern, den Händlern, oder gar den Verbrauchern selbst.

Das gefällt niemandem, und doch wird nur wenig oder nichts unternommen, um diesen himmelschreienden Zustand zu beenden. Alle machen weiter mit oder schauen ganz einfach weg – und täglich verhungern viele Menschen. Unglaublich und beschämend!

Nur wenige Institutionen suchen nach Antworten und Lösungen. So wie die Dokumentation „Taste the waste“, die diese Missstände aufdeckt und sogar viele brauchbare Vorschläge unterbreitet.

Solange aber die EU ihre zum großen Teil überzogenen Haltbarkeits-Vorschriften nicht revidiert und zurückfährt, die die großen Erzeuger und Supermärkte sogar zur Vernichtung der Lebensmittel zwingt, anstatt sie Bedürftigen oder den Tafeln weiter-zugeben, oder nur das Gewinnstreben vieler Behörden, Erzeuger und Märkte im Vordergrund steht, die nur teuer verkaufen, Reste aber nicht abgeben wollen, und solange auch bei den End-Verbrauchern kein Umdenken einsetzt, die sich allzu schnell von angeblich verdorbenen, aber noch essbaren Lebensmitteln trennen, solange wird sich an der Wegwerf-Mentalität nichts ändern. Und täglich verhungern weiter Menschen!

Auch ein Thema für die politischen Gremien auf Landes- und Bundesebene, sich ganz intensiv damit zu befassen, aktiv zu werden, Initiativen zu gründen und nach brauchbaren und praktikablen Lösungen zu suchen. Denn wenn aus 50 Prozent vernichteter Lebensmittel 40 oder 30 werden, kann schon vielen hungernden Menschen geholfen werden. Erinnern wir immer wieder daran, dass auch nur ein gerettetes Menschenleben diesen Einsatz wert ist.        

                                                                                  Siegfried Furchert

 



UNSERE MEINUNG


Keine Menschen


zweiter Klasse!


In den letzten Tagen eine oft gestellte Frage: Ob man der Eschweger Tafel auch schon aus den Regalen geräumte falsch deklarierte Bio-Eier oder mit Pferdefleisch versetzte Lebensmittel und Tiefkühl-Produkte angeboten hat? Nein! Alle Spender in der Region, die die Eschweger Tafel Tag für Tag, Woche für Woche einwandfreie Lebensmittel spenden, handeln verantwortungsbewusst, haben sich von der Hysterie um die mit Pferdefleisch versetzten Produkte nicht anstecken lassen. Sie haben den Vorschlag dieses Abgeordneten gar nicht diskutiert, diese Lebensmittel an die Tafel oder andere karitative Einrichtungen der Region weiter zu geben.

Auch der Bundesverband Deutscher Tafeln e.V. reagierte mit Unverständnis und Empörung auf den Vorschlag, die Eschweger Tafel schließt sich an. Nicht, weil wir uns vor dieser Ware ekeln oder sie als minderwertig einstufen. Aber: Es kann nicht sein, dass Lebensmittel, die Betrüger auf den Markt brachten, die in betrügerischer Absicht falsch deklariert sind und die der größte Teil der Verbraucher deshalb auch strikt ablehnt, als gut genug für Bedürftige eingestuft werden. Bedürftige sind keine Menschen und Verbraucher zweiter Klasse!

Die Eschweger Tafel wird auch in Zukunft den bedürftigen Menschen, die sie betreut, nur einwandfreie Waren anbieten.

 

Für den Vorstand der Eschweger Tafel: Margot Furchert, 1. Voritzende



Politik nicht aus der Verantwortung entlassen!

Nach von der europäischen Statistikbehörde Eurostat veröffentlichten Zahlen sind hierzulande 70 Prozent der Erwerbslosen arm. EU-weit liegt die Quote allerdings niedriger – bei 45 Prozent.

Dass die meisten Arbeitslosen hierzulande ein Leben an oder unter der Armutsgrenze führen müssen, ist ein unhaltbarer Zustand. So fordert der Bundesverband der Tafeln e.V. eine grundsätzliche Reform der Arbeitslosenversicherung: Das Arbeitslosengeld muss armutsfest gestaltet, die Bezugsdauer ausgedehnt werden. Das Mindestarbeitslosengeld muss zudem deutlich über dem Hartz-IV-Regelsatz liegen.

Die Tafeln versuchen, so gut es eben geht, die Not etwas zu lindern, stehen aber oft vor unlösbaren Problemen. Unsere Meinung: Deshalb darf die Politik nicht aus ihrer Verantwortung entlassen werden. Denn sie hat dafür zu sorgen, dass Menschen erst gar nicht in eine Notlage geraten. Für die Daseinsversorgung ist allein der Staat zuständig. Er ist verpflichtet, sich diesem Problem mit großer Ernsthaftigkeit anzunehmen. Daran muss man immer und immer wieder erinnern.

Auf kommunaler Ebene wird die Arbeit der Eschweger Tafel, die neben Arbeitslosen und Rentnern auch viele aus osteuropäischen Ländern eingewanderte Menschen versorgt, dankenswerter Weise seit einigen Jahren unterstützt. Kreis- und Stadtverwaltung Eschwege, aber auch Mandatsträger, verschiedene politische und private Organisationen und private Spender helfen im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Mit dieser Hilfe war es zum Beispiel möglich, Beförderungs- und Fahrprobleme der Tafel zu lösen, und die neue Ausgabestelle in der Hindenlangstraße zu beziehen.

Für diese Hilfe ist die Eschweger Tafel sehr dankbar, und hofft, dass ihre Arbeit auch künftig unterstützt wird.                                   Siegfried Furchert